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Arbeitgeberverband Pflege: Merkels Vorschlag geht in die falsche Richtung

Deutschland braucht klare Regeln bei der Anerkennung von Abschlüssen ausländischer Fachkräfte und keinen „bürokratischen Nebel“

 

Nach dem Willen von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel sollen zukünftig Harz-IV-Empfänger als Pflegekräfte eingesetzt werden. „Ich sehe nicht ein, dass Pflegekräfte künftig nur noch aus Osteuropa kommen“, äußerte sie sich am gestrigen Tag in der „Bild am Sonntag“.
Zu diesem Vorschlag bezieht der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes Pflege,
Thomas Greiner, am heutigen Montag Stellung gegenüber den Medien.

 

„Der Vorschlag der Bundeskanzlerin geht in die falsche Richtung. In Deutschland fehlen uns derzeit rund 10.000 ausgebildete Pflegefachkräfte. In den nächsten zehn Jahren werden, allen vorsichtigen Schätzungen folgend, mehr als 77.000 zusätzliche Fachkräfte benötigt, um dem demographischen Wandel nur halbwegs Rechnung tragen zu können. Der Vorschlag der Kanzlerin, Harz-IV-Empfänger als Pflegekräfte einsetzen zu wollen, zeigt wieder einmal die realitätsferne Auseinandersetzung dieser Bundesregierung mit dem Zukunftsthema Pflege“, so Thomas Greiner.

 

Auf der einen Seite sei es erklärtes Ziel dieser Regierung, die Förderung des dritten Ausbildungsjahr, im Rahmen einer Umschulung Arbeitsloser, zu streichen, auf der anderen Seite werden nun Forderungen laut, Langzeitarbeitslose für die Pflege alter Menschen einzusetzen.

 

„Nicht Jeder ist dafür geeignet, alte und kranke Menschen zu pflegen.
Ich stimme aber mit der Bundeskanzlerin überein, dass es unser erklärtes Ziel sein muss, auch arbeitslose Menschen durch Umschulungsmaßnahmen für den Pflegeberuf zu qualifizieren. Den zukünftigen Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften können wir damit alleine aber niemals decken. Dieser wird nur durch zusätzliche Ausbildungsmaßnahmen, verstärkte Umschulungen und die kontrollierte Einwanderung ausländischer Fachkräfte zu decken sein. An der Anerkennung der Fachausbildung  ausländischer Fachkräfte muss sich zudem gravierend etwas ändern.
Wir brauchen in Deutschland klare Regelungen und keinen bürokratischen Nebel.
Die Kanzlerin hat das Problem schon beim Namen genannt. Nun sollten wir gemeinsam aber auch den Worten konstruktive Taten folgen lassen“, sagt der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes, Thomas Greiner.

 

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