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Mit der geplanten generalistischen Pflegeausbildung betreibt Minister Gröhe gefährliche Realitätsverweigerung

27. Mai 2016 Das von der Bundesregierung geplante Pflegeberufereformgesetz torpediert die seit Jahren erfreulich steigenden Ausbildungszahlen in der Altenpflege. Gesundheitsminister Hermann Gröhe betreibt damit eine gefährliche Realitätsverweigerung. Denn als Folge der neuen generalistischen Ausbildung werden in der Altenpflege die Ausbildungszahlen deutlich einbrechen.

 

Gegen den Trend in vielen Ausbildungsberufen und entgegen vielen Unkenrufen steigen in der Altenpflege seit Jahren die Ausbildungszahlen erfreulich an. Fast 70.000 junge Menschen erlernen heute in dreijähriger Ausbildung diesen Beruf. Mit der neuen generalistischen Ausbildung aber kommen auf alle Ausbildungsbetriebe neue gravierende Belastungen zu, die vielen die Lust, weiter im bisherigen Umfang auszubilden, gehörig vergällen wird. Durch die Generalistik werden die Altenpflege, die Krankenpflege und die Kinderkrankenpflege, die bislang in drei unterschiedlichen praktischen und theoretischen Ausbildungen durchlaufen werden müssen, zu einer einheitlichen Ausbildung vermanscht. Dazu Thomas Greiner, Präsident des Arbeitgeberverbandes Pflege: ,,Als Folge dieser Einheitssoße wird auch eine deutlich geringere spartenbezogene Fachlichkeit am Ende der Ausbildung stehen. Es wird viel nachgeschult werden müssen. Für jeden Ausbildungsbetrieb bedeutet dies mehr Kosten, einen deutlich höheren Organisationsaufwand, weil jeder Azubi stolze sieben Praxisstellen absolvieren muss; ein künftiger Altenpfleger etwa muss auch eine Ausbildungsstation in der Kinderkrankenpflege durchlaufen. Mit vertiefendem Praxis-Lernen hat das nicht mehr viel zu tun.“ 

Für die 36 Monate Ausbildung erhält der Auszubildende vom Ausbildungsbetrieb je nach Ausbildungsjahr eine angemessene Ausbildungsvergütung zwischen gut 800 und gut 1.000 Euro.  Jeder Ausbildungsbetrieb hat für eine intensive und gute Begleitung des ihm anvertrauten Azubis zu sorgen. Gleichzeitig stehen aber die helfenden Hände der Azubis ihrem Ausbildungsbetrieb während der 36-monatigen Ausbildung nach dem generalistischen System nur noch acht Monate – 1.300 statt bisher 2.500 Stunden – für die praktische Ausbildung in der Altenpflege zur Verfügung. Greiner: ,,Für jedes Unternehmen ist auch Ausbildung eine Kosten/Nutzen-Kalkulation. Genau hier betreibt Minister Gröhe gefährliche Realitätsverweigerung.“

 

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Friedhelm Fiedler
Sprecher des Präsidiums und Vizepräsident Arbeitgeberverband Pflege
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