Weil Zukunft Pflege und Pflege Zukunft braucht!

Pflege ist ein zentrales Thema unserer älter werdenden Gesellschaft. Laut der letzten offiziellen Pflegestatistik von 2015 gibt es 2,9 Millionen Pflegebedürftige. Mittlerweile ist die Zahl auf rund 3,4 Millionen pflegebedürftige Menschen gestiegen. Um sie zu versorgen, arbeiten schon heute mit einer Million Beschäftigten mehr Menschen in der Pflege als in der deutschen Automobilindustrie. Aufgrund des demografischen Wandels wird sich die Zahl der Pflegebedürftigen und auch der Beschäftigten bis zum Jahr 2050 mehr als verdoppeln. Pflege in Deutschland braucht Zukunft – weil eine Zukunft ohne Pflege nicht funktioniert.

Der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) ist seit 2009 die politische, wirtschaftliche und tarifliche Interessensvertretung der namhaftesten und umsatzstärksten Unternehmensgruppen der deutschen Pflegewirtschaft.

Er tritt für die Geschlossenheit der Branche ein und kooperiert mit den wesentlichen Vertretern der Sozialwirtschaft und branchennahen Unternehmen.

Die Mitglieder des Arbeitgeberverbands Pflege setzten sich gemeinschaftlich für eine zukunftsfähige Gestaltung der Altenpflege und für neue Wege bei der Gewinnung von Fach- und Führungskräften ein.
Der Arbeitgeberverband Pflege ist berufenes Mitglied der Pflege-Mindestlohn-Kommission des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und Mitglied der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände.

Allgemein

Die Lösungen großmachen, nicht die Probleme

  1. Wenn Bundesministerin Franziska Giffey bei der Eröffnung der Konzertierten Aktion Pflege (KAP) dazu aufgefordert hat, auch einmal positiv über das zu sprechen, was in der Pflege alles funktioniert, dann kann man ihr dafür nur dankbar sein. Nur wer von sich selbst überzeugt ist, kann andere überzeugen. Wer will schon dort arbeiten wo der angebliche „Pflegenotstand“ herrscht?
  2. Wir müssen mit Fakten gegen die Fakenews in der Altenpflege kämpfen. Fakt ist: von 1999 bis 2015 haben über 460.000 Menschen begonnen, in der Altenpflege zu arbeiten. Wie kann man da zum Ergebnis kommen, dass niemand in der Altenpflege arbeiten möchte? Wir haben Jahr für Jahr Ausbildungsrekorde in der Altenpflege. Im vergangenen Jahr haben 28.000 junge Menschen die Ausbildung zur Altenpflegefachkraft begonnen. Wie kann man dann schreiben, dass dieser Beruf ein Problem mit jungen Menschen hat, wenn derzeit insgesamt über 65.000 Jugendliche in der Altenpflege ausgebildet werden? Oder: das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit hat nachgewiesen, dass Pflegekräfte mit die höchste Berufstreue haben (19 Jahre lt. Bundesagentur für Arbeit). Wem nützt dieses mediale Feuerwerk an depressiven Meldungen?
  3. Deutschlandweit gibt es in der Altenpflege ausreichend Hilfs- und Betreuungskräfte. Wir brauchen mehr Fachkräfte. Deshalb: Wir sollten schnellstmöglich 15.000 Hilfskräfte zu Fachkräften weiterbilden. Wir sollten das Modell unseres Mitgliedsunternehmens Vita Akademie aus Niedersachsen bundesweit ausrollen. Dabei werden Hilfskräfte in einem Modulsystem von 188 Stunden in der medizinischen Behandlungspflege umfassend qualifiziert. Nach erfolgreichem Abschluss könnten die so qualifizierten Hilfskräfte auf die Fachkraftquote angerechnet werden. Deshalb:
  1. Umstellung auf ein dreistufiges Qualifikationsmodell wie es ähnlich in der Schweiz und in Österreich gut funktioniert. Deshalb:
  2. Mehr Hilfs- und Betreuungskräfte, weniger Fachkräfte. Fachkräfte machen ausschließlich medizinische Behandlungspflege. Wegfallende Fachkraftstellen werden mit dem Faktor 1,2 in Betreuungs- bzw. Hilfskraftstellen umgewandelt.
  3. In einem Sofortprogramm sollten wir 15.000 ausländische Fachkräfte nach Deutschland holen. Dafür benötigen wir eine Anlaufstelle beim Bundesgesundheitsministerium oder beim Bundesarbeitsministerium, die für ganz Deutschland die Anerkennung aller ausländischen Abschlüsse prüft und abschließend entscheidet, dies solange, bis das Einwanderungsgesetz von Herrn Heil steht und funktioniert.
  4. Wir brauchen weniger Ideologie und mehr Pragmatismus. Die Generalistik in der Pflegeausbildung bringt Gewinner und Verlierer. Gewinner sind die Krankenhäuser, die großen Städte und die Abiturienten. Verlierer sind die Altenheime, das flache Land und die Hauptschüler. In der Umsetzung müssen wir alles dafür tun, dass nicht mit den Füßen abgestimmt wird. Viele Hauptschüler trauen sich die Ausbildung nicht mehr zu und die Unternehmen bilden wegen des entstehenden generalistischen Bürokratiemonsters nicht mehr aus.
  5. Bessere Bezahlung ist kein Allheilmittel. Heute zahlt das Krankenhaus mehr als das Altenheim und hat trotzdem große Personalsorgen. Die Schweiz zahlt besser als Deutschland und hat ebenfalls Personalsorgen. Wenn wir eine bessere Bezahlung der Altenpflege wollen, dann gibt es nur einen Weg. Die (eventuelle vergrößerte) Kommission zur Festlegung von Mindestarbeitsbedingungen in der Pflege. Dort verhandelt ver.di mit allen Arbeitgebern, dort sind die Kirchen eingebunden, dort braucht es keinen Tarifausschuss. Dort droht am wenigsten eine Prozessflut. Außerdem hat die einst vom Bundesfinanzminister Olaf Scholz erfundene Kommission schon dreimal bewiesen, dass sie nach harten Verhandlungen gute Ergebnisse – etwa beim Pflegemindestlohn – erzielen kann.
  6. Wir müssen die Kosten und damit die Zuzahlungen im Auge behalten. Wenn man die Vorschläge betrachtet, vom allgemeinverbindlichen Tarifvertrag auf dem Niveau des TVöD (Karl-Josef Laumann), Ost-West-Angleichung bei der Bezahlung, bundeseinheitliche Personalschlüssel, gleiche Bezahlung im Altenheim wie im Krankenhaus etc., dann muss man fragen: denkt hier jemand an die gewaltigen Steigerungen bei den Zuzahlungen für alte Menschen und Kommunen.
  7. Unser Anspruch muss eine gute und bezahlbare Pflege für alle sein. Wir müssen die Lösungen großmachen, und nicht die Probleme.

Ein Statement von Herrn Greiner in der: vorwärts – Die Zeitung der deutschen Sozialdemokratie

 

 

Allgemein

Aufsatz von Frau Halletz zur Vergütungsfindung in der Pflege

Die Vergütung in der Pflege ist spätestens seit der BTW im vergangenen Jahr ein dauerpräsentes Thema. In den Berichten wird oft polarisierend dargestellt, dass die Attraktivität des Berufsfeldes Pflege vor allem durch eine geringe Bezahlung der Pflegekräfte leidet. Jedoch gilt zu beachten, dass die Pflegebranche von der Erbringung sozialer, überwiegend immaterieller Pflege- und Betreuungsdienstleistungen geprägt und damit keine klassisch wertschöpfende Branche ist. Sie unterscheidet sich dahingehend, als das sie eine permanente Leistungsfähigkeit des Anbieters sowie die Einbindung der Pflegebedürftigen in die Erstellung der Leistung erfordert und die Preispolitik stark reklementiert ist.

Lesen Sie den gesamten Aufsatz hier:

Aufsatz Halletz an GuP

PresseInformationen

Stellungnahme zum Referentenentwurf Verordnung über die Finanzierung der beruflichen Ausbildung in der Pflege sowie zur Durchführung statistischer Erhebungen (Pflegeberufe-Ausbildungsfinanzierungsverordnung – PflAFinV)

Stellungnahme des Arbeitgeberverbandes Pflege e.V. zum Referentenentwurf Verordnung über die Finanzierung der beruflichen Ausbildung in der Pflege sowie zur Durchführung statistischer Erhebungen

(Pflegeberufe-Ausbildungsfinanzierungsverordnung – PflAFinV) des Bundesministeriums für Gesundheit und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Im vorliegenden Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend werden die detaillierten Regelungen über die Finanzierung der beruflichen Ausbildung in der Pflege (Pflegeberufe-Ausbildungsfinanzierungsverordnung – PflAFinV) auf Grundlage der Ermächtigungen in § 55 Abs. (1) und § 56 Abs. (3) des Pflegeberufegesetzes (PflBG) vom 17. Juli 2017 ausgeführt.

Auf die im Rahmen der Kooperationsverpflichtung auftretenden Herausforderungen und Schwierigkeiten für die an der Ausbildung beteiligten Unternehmen und Pflegeschulen hatte der Arbeitgeberverband Pflege e.V. (AGVP) in den bisherigen Stellungnahmen ausdrücklich hingewiesen, verbunden mit der Bitte, die Sorgen der Träger der praktischen Ausbildung Ernst zu nehmen und vor Inkrafttreten des PflBG i.V.m. der PflAPrV und der PflAFinV abzuklären sowie Lösungswege dafür zu finden.

In dem vorgelegten Referentenentwurf wurden die Hinweise und Sorgen des (AGVP) aufgenommen und mit der Berücksichtigung der Fahrtkosten sowie der Lage der Träger der praktischen Ausbildung und der Pflegeschulen in den Mehrkosten der Ausbildung berücksichtigt. Dies befürwortet der AGVP ausdrücklich, da dieses Vorgehen dazu beiträgt, dass unter den neuen Bedingungen deutschlandweit Mehrkosten im Rahmen der Ausbildung berücksichtigt und refinanziert werden. Dies trägt zur qualitätsgesicherten Versorgung pflegebedürftiger Menschen für die Zukunft bei.

Dennoch werden zusätzlicher Verwaltungsaufwand und bürokratische Hürden für alle an der Finanzierung beteiligten Akteure mit den Regelungen im vorliegenden Referentenentwurf entstehen, sodass wir befürchten, dass vor allem kleine und mittelständische Unternehmen davon abgeschreckt und nicht mehr ausbilden werden. Dies kann jedoch die pflegerische Versorgung gefährden, da bereits jetzt nicht genügend Fachkräfte ausgebildet werden, um den Pflegebedarfen gerecht zu werden. Demnach ist es essenziell, den Beruf auch zukünftig für Ausbildungsinteressierte und Ausbildungsbetriebe attraktiv zu gestalten, um für Fachkräftenachwuchs zu sorgen. Viele Fragen bleiben allerdings weiter ungeklärt und sind weder im PflBG noch in den Verordnungen geregelt. Einige Beispiele:

  • Was passiert, wenn Bundeslandgrenzen überschritten werden müssen? Wie ist dies versicherungstechnisch geregelt?
  • Wie wird mit Unternehmen umgegangen, die eine Kooperation mit einem anderen Ausbildungsbetrieb verweigern?
  • Können Kooperationen mit Unternehmen vereinbart werden, wenn diese selbst nicht ausbilden?
  • Welche Pflegeschule entscheidet sich künftig, für drei verschiedene Abschlüsse entsprechende Curricula zu erstellen, das Lehrpersonal dafür einzustellen und vor allem bisher alleinige Altenpflegeschulen die finanziellen Mittel für die Umstrukturierung zu beschaffen?

 Wir befürchten, dass die spezialisierten Abschlüsse mit Einführung der Generalistik aussterben werden und damit auch die qualitativ hochwertige Altenpflege.

Lesen die gesamte Stellungnahme unter:

Stellungnahme Referentenentwurf PflAFinV

PresseInformationen

Stellungnahme zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung des Pflegepersonals (Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetz – PpSG)

Stellungnahme des Arbeitgeberverbandes Pflege e.V. zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung des Pflegepersonals (Pflegepersonal-Stärkungs-Gesetz – PpSG) des Bundesministeriums für Gesundheit

 Zu obigem Entwurf nimmt der Arbeitgeberverband Pflege e.V. (AGVP) zu den einzelnen Paragrafen wie folgt Stellung:

2018.07.06_Stellungnahme Referentenentwurf PpSG

PresseInformationen

Endlich: Ein Einwanderungsgesetz für Fachkräfte soll zügig erarbeitet werden – Für die Pflege wäre das ein Segen

Nach langem Hin und Her steht jetzt fest: Quasi als Morgengabe für die Zustimmung zum Migrations-Kompromiss von CDU und CSU rang SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles der Union die Zusage ab: Dass noch in diesem Jahr ein Entwurf für ein Einwanderungsgesetz für Fachkräfte vorgelegt werden soll. Für die Altenpflege wäre das ein wahrer Segen.

Vor allem die CSU, aber auch Teile der CDU hatten sich jahrelang dagegen gesträubt, endlich ein zeitgemäßes Einwanderungsgesetz auf den Weg zu bringen. Auch der Arbeitgeberverband Pflege hatte das seit Jahren mit großem Nachdruck gefordert, weil der Bedarf an geeignetem Personal für die Pflege allein mit deutschen Arbeitskräften längst nicht mehr gedeckt werden kann. Der demografische Wandel ist Deutschland ist so gewaltig, dass auch die vielen zusätzlichen Fachkräfte aus EU-Ländern, die in großer Zahl gewonnen werden konnten, nicht ausreicht, die Arbeitsplätze für Pflegefachkräfte gut und zügig zu besetzen. Dazu Friedhelm Fiedler, Vizepräsident des Arbeitgeberverbandes Pflege: ,,Viele Pflegeunternehmen hatten sich deshalb aufgemacht, auch in Drittstaaten in Asien, Afrika oder Südamerika Ausschau nach Fachkräften oder möglichen künftigen Altenpflege-Azubis zu halten. Ebenfalls mit Erfolgen – aber oft mit noch größeren Hürden und Erschwernissen. Allein das ärgerlich Thema Visa-Erteilung füllt riesige Aktenordner-Regale: Zu schleppend, Ablehnungsgründe erscheinen oft willkürlich und sind für die Antragsteller vielfach nicht nachvollziehbar und kaum transparent. Manche sprechen denn auch von einer Zuwanderungs-Verhinderungs-Maschinerie.“  Im Koalitionsvertrag dann endlich die gute Nachricht: Das Thema Einwanderungsgesetz steht auf dem Zettel. Fiedler weiter: ,,Doch es fehlten bislang verbindliche Daten für die Umsetzung. Und jetzt die frohe Kunde aus Berlin: Noch in diesem Jahr soll es einen umfangreichen Referenten-Entwurf für ein Fachkräfte-Einwanderungsgesetz geben. Der SPD-Parteichefin Andrea Nahles, eine harte Verhandlerin, sei Dank, die jetzt mit dafür gesorgt hat, dass es schneller geht. Der Arbeitgeberverband Pflege wird sich in die anstehenden Diskussionen und in den Verfahrensprozess für ein Einwanderungsgesetz intensiv und konstruktiv einbringen. Die Zeit drängt.“

PRESSEMITTEILUNG Einwanderungsgesetz-09.07.2018