Dazu erklärt AGVP-Präsident Thomas Greiner: „Mehr Angehörigenpflege bedeutet weniger Erwerbsarbeit – das muss den politisch Verantwortlichen klar gemacht werden. Deutschland kann nicht überall nach zusätzlichen Arbeitskräften suchen und gleichzeitig darauf bauen, dass Beschäftigte fehlende Pflege zu Hause auffangen.
Flexible Arbeitszeiten und betriebliche Unterstützung helfen. Aber sie ersetzen weder Pflegedienst noch Pflegeplatz. Ohne professionelle Entlastung steigt der Druck, Arbeitszeit zu reduzieren oder aus dem Beruf auszusteigen. Besonders häufig trifft das Frauen.
Wir dürfen Wirtschaftskraft und Gleichstellung nicht auf dem Altar gescheiterter Pflegepolitik opfern. Angehörige sind keine stille Reserve, um Versorgungslücken zu schließen. Professionelle Pflege ist Arbeitsmarktinfrastruktur. Das muss in die Arbeit der Strukturkommission einfließen.“
Hintergrund
Die Bertelsmann Stiftung untersucht in der Studie „Informelle Pflege und Erwerbstätigkeit“ die pflegebedingten Erwerbsverluste bis 2045. Je nach Modellvariante schätzt sie den Verlust für 2045 auf rund 229.000 bis 327.000 Vollzeitäquivalente.