Pressemitteilung

AGVP zu Bertelsmann-Studie: „Angehörige sind keine stille Reserve für fehlende Versorgung“

Die Bertelsmann-Studie zeigt: Mehr Pflege zu Hause würde dem Arbeitsmarkt dringend benötige Arbeitskräfte entziehen, im Jahr 2045 könnten es rund 229.000 Vollzeitäquivalente sein. Das würde vor allem Frauen betreffen, denn rund drei Viertel des Verlusts entfallen auf sie. Für den Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) ist klar: Die Politik darf den wachsenden Pflegebedarf nicht weiter auf Familien verlagern.

Dazu erklärt AGVP-Präsident Thomas Greiner: „Mehr Angehörigenpflege bedeutet weniger Erwerbsarbeit – das muss den politisch Verantwortlichen klar gemacht werden. Deutschland kann nicht überall nach zusätzlichen Arbeitskräften suchen und gleichzeitig darauf bauen, dass Beschäftigte fehlende Pflege zu Hause auffangen.

Flexible Arbeitszeiten und betriebliche Unterstützung helfen. Aber sie ersetzen weder Pflegedienst noch Pflegeplatz. Ohne professionelle Entlastung steigt der Druck, Arbeitszeit zu reduzieren oder aus dem Beruf auszusteigen. Besonders häufig trifft das Frauen.

Wir dürfen Wirtschaftskraft und Gleichstellung nicht auf dem Altar gescheiterter Pflegepolitik opfern. Angehörige sind keine stille Reserve, um Versorgungslücken zu schließen. Professionelle Pflege ist Arbeitsmarktinfrastruktur. Das muss in die Arbeit der Strukturkommission einfließen.“

Hintergrund

Die Bertelsmann Stiftung untersucht in der Studie „Informelle Pflege und Erwerbstätigkeit“ die pflegebedingten Erwerbsverluste bis 2045. Je nach Modellvariante schätzt sie den Verlust für 2045 auf rund 229.000 bis 327.000 Vollzeitäquivalente.

 

Unsere Pressemitteilungen greifen aktuelle fachliche Themen in der Pflegebranche, pflegepolitische Entwicklungen sowie pflegerelevante Gesetzgebung auf. Sie informieren über Neuigkeiten, Aktivitäten des Verbandes, ordnen Ereignisse ein und geben Einblicke in relevante Themen aus Sicht der Pflegeunternehmen. Sie erscheinen regelmäßig und richten sich an Medien, Fachöffentlichkeit und Interessierte.

Presseservice