Deutschlandkarte Heimsterben

Unsere Deutschlandkarte Heimsterben zeigt eindrücklich die schwierige Lage der Altenpflege. Wir beleuchten, wieso Pflegeunternehmen Insolvenz anmelden oder sogar schließen mussten und zeigen Lösungen auf, wie die Politik gegensteuern kann.

Warum wir die Deutschlandkarte Heimsterben erstellt haben?

Unter dem Schlagwort „Heimsterben“ haben wir sichtbar gemacht, was Statistiken nur verzögert abbilden: Pflegeeinrichtungen geraten wirtschaftlich unter Druck, reduzieren Plätze, melden Insolvenz an oder schließen ganz. Um diese Entwicklung systematisch zu erfassen sowie Behörden und Öffentlichkeit zu informieren, hat der Arbeitgeberverband Pflege Anfang 2024 die „Deutschlandkarte Heim­sterben“ vorgestellt.

  • Pin → geschlossene Einrichtung
  • PunktInsolvenz.
Farbcode
  • Rot → stationärer Bereich
  • Gelb → ambulanter Bereich
  • Lila → Tages-/Kurzzeitpflege
  • Orange → Angebotseinschränkung*
  • Türkis → Senioren-WGs und Einrichtungen des betreuten Wohnens**

* Vertragskündigungen oder Aufnahmestopps bei ambulanten Diensten.

** Ab 2024 stehen auch türkise Punkte für von Insolvenz betroffene Senioren-Wohngemeinschaften und Einrichtungen des betreuten Wohnens.

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Datenbasis und Umfang des Heimsterbens

Die Karte basiert auf einer Auswertung öffentlich zugänglicher Quellen – insbesondere regionaler und überregionaler Medienberichte – der Jahre 2023 und 2024. Bereits die erste Auswertung dokumentierte über 800 Insolvenzen, Schließungen und Angebotseinschränkungen in der Altenpflege seit Anfang 2023. In späteren Aktualisierungen ist die Zahl der erfassten Fälle auf über 1.264 betroffenen Pflegeangeboten in den Jahren 2023 und 2024.

Betroffen sind alle Trägerarten: familiengeführte Einrichtungen, große private Betreiber, freigemeinnützige Träger und kommunale Angebote. Offizielle, flächendeckende Statistiken zu Insolvenzen in der Pflegebranche liegen bislang nicht vor. Die Deutschlandkarte versteht sich daher als Monitoring-Instrument, das ein realistisches, wenn auch eher konservatives Bild der Lage zeichnet – insbesondere im ambulanten Bereich ist von einer Untererfassung auszugehen.

Ursachen und Folgen von Insolvenzen und Schließungen

Die Auswertung der Fälle zeigt wiederkehrende Muster, welche Pflegeeinrichtungen in Insolvenz und Schließung treiben:

  • steigende Personal- und Sachkosten bei unzureichender Refinanzierung,
  • Personalmangel und daraus folgende Belegungsgrenzen,
  • hohe regulatorische Anforderungen, etwa bei Bau- und Personalschlüsseln.

Für die Versorgungssicherheit bedeutet dies: Wenn eine Einrichtung schließt oder ihre Kapazitäten reduziert, fallen nicht nur Plätze in einer Statistik weg, sondern pflegerische Versorgung bricht weg, auf die Pflegebedürftige und ihre Angehörigen angewiesen sind. 

Die Deutschlandkarte Heimsterben 2024 steht zum Download und zur interaktiven Online-Nutzung bereit. Unsere Vorschläge, um die Versorgungssicherheit wiederherzustellen, finden Sie unter „Positionen“.

Vorläufiges Ende des Monitorings und Ausblick

Seit 2025 pausiert die Aktualisierung der Karte, da der AGVP die Gesetzgebung und deren Umsetzung auf Bundesebene abwartet. Künftig werden die Pflegekassen verpflichtet, Angaben zur Entwicklung der Pflegeplätze und pflegerischen Angebote in Deutschland zu veröffentlichen. Dies wurde im Dezember 2025 mit dem Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege (BEEP) verabschiedet.

„Insolvenzen und Schließungen erschüttern betroffene Pflege­bedürftige und ihre An­gehörigen. So werden die Versorgungs­sicherheit und das Ver­trauen in den Sozial­staat ausgehöhlt. Gute Pflege­politik heißt: Ver­antwortung über­nehmen statt weg­ducken. Pflegeplatz-­Boom statt Rückbau und Stillstand.“

Leon Alexander Virchow, AGVP-Referent

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