Dazu erklärt AGVP-Präsident Thomas Greiner: „Kurzfristig kann man die Pflegekassen mit zusätzlichem Geld stabilisieren. Aber Geld allein pflegt keine Menschen. Das kauft zwar Zeit, löst aber das strukturelle Problem nicht. Ohne Strukturreformen drohen langfristig immer höhere Belastungen oder Leistungskürzungen – die Wahl zwischen Pest und Cholera.
Wer aus dieser Zwickmühle heraus will, muss innovative und preisgünstigere Versorgung ermöglichen: Personal nach Kompetenz einsetzen, Digitalisierung nutzen und neue Versorgungskonzepte endlich aus der Erprobung in die Fläche bringen. Nur so können wir mehr Menschen versorgen und die Kosten beherrschbar halten.“
Hintergrund
Der GKV-Spitzenverband erwartet für die soziale Pflegeversicherung 2026 ein Defizit von 4,4 Milliarden Euro. Nach seinen Berechnungen reichen die laufenden Einnahmen ab Oktober nicht mehr aus, um die Pflegeleistungen vollständig zu finanzieren. Bis Jahresende fehlen demnach noch rund 500 Millionen Euro. Für 2027 beziffert der Verband den zusätzlichen Finanzbedarf auf rund zehn Milliarden Euro.